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QUEN – Qualzucht-Evidenz Netzwerk – Ein Tier soll leben, nicht leiden!

Veröffentlicht am 5. Oktober 2021

QUEN (Qualzucht-Evidenz Netzwerk) ist das Projekt engagierter Tierärzt*innen und tierschutzbewegter Menschen aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen. Zuchtbedingte Defekte bei Tieren werden sichtbar gemacht. Der Vollzug des sogenannten Qualzuchtparagrafen (§11bTierschutzgesetz-TierSchG) soll dadurch verbessert werden.
Seit über 30 Jahren weisen Tierärzt*innen und Expert*innen anderer Fachrichtungen auf die Folgen der “Gestaltungsfreiheit“ des Menschen in der Tierzucht hin. Leiden, Schmerzen und Schäden der Tiere, die auf bestimmte Merkmale gezüchtet werden, bleiben bisher weitgehend unberücksichtigt. Nicht nur Hunde, Katzen und Heimtiere, sondern auch Millionen landwirtschaftlicher Nutztiere sind betroffen.

„Das ist mit dem Tierschutz als Staatsziel nicht vereinbar“, mahnt die QUEN-Projektleiterin Diana Plange, Fachtierärztin für Tierschutz und Tierschutzethik.
Viele Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit der Frage, warum trotz eindeutiger gesetzlicher Einschränkungen und Verbote die Zucht mit defektbelasteten Tieren, nicht nur sehr geringe Fortschritte in der Umsetzung des §11b TierSchG macht, sondern die zuchtbedingten Defekte und Einschränkungen und das damit verbundene Leiden der Tiere, immer extremer werden.
Die Aufklärung über die Leiden der Tiere mit zuchtbedingten Defekten, ist wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes QUEN. Dieses Konzept wurde von Tierärztinnen und Tierärzten entwickelt, damit sie ihre Garantenpflicht im Tierschutz nachhaltig erfüllen zu können.

„Das bestehende Vollzugsdefizit im Bereich der Defekt- bzw. Qualzucht ist auch ein Problem unserer Nachbarländer“, hält Dr. Heidemarie Ratsch, Präsidentin der Tierärztekammer Berlin, fest. Das ist der Grund für die intensive Kooperation mit einer international zusammengesetzten Arbeitsgruppe zum Thema Qualzuchten.
Vor diesem Hintergrund wurde mit QUEN die Idee umgesetzt, Vollzugshilfen für Veterinärämter zu entwickeln und diese als Website öffentlich zugänglich zu machen. Darüber hinaus finden sich Rechtsgutachten, einschlägige Urteile, Informationen zu Tierarten und relevanten Merkmalen, sowie viele Möglichkeiten sich zu vernetzen und zu informieren.

Realisierung, Aufbau, Aktualisierung und Erweiterung der Informationsplattform erfolgt in Kooperation mit folgenden Institutionen: Tierärztekammer Berlin, Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT), Tierschutz-Ombudsstelle Wien (TOW), Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes, Schweizer Tierschutz und den Tierschutzbeauftragten der Bundesländer. Sie wird unterstützt von vielen weiteren Organisationen, Verbänden und Organisationen, die in der Reihenfolge der Förderungszusagen auf der QUEN-Website veröffentlicht werden.

Das Reden über Probleme schafft Probleme, das Reden über Lösungen schafft Lösungen

(Steve de Shazer)